Kapitel 6 aus "Die überwundene Grenze - Geschichte der ..."


... Lage der Wohnung innerhalb des Hauses eingetragen werden. Für Besuche galten bestimmte Fristen zur Eintragung).  Das Zusammenwirken der FHG mit den Organen der Grenztruppen der NVA und der Volkspolizei führte bereits ab Mitte der 1960er Jahre zur frühzeitigen Entdeckung bzw. Aufdeckung von Fluchten aus der DDR, und spätestens seit der Verordnung aus dem Jahr 1964 gehörten die FHG fest zum Konzept der Hinterlandsicherung der Staatsgrenze West. Die Einbeziehung von „linientreuen“ Zivilisten in die Grenzsicherung hielt bis in den Herbst 1989 an.

 

Mit dem Befehl Nr. 101/64 des MfNV wurden die Vorgaben für das im November 1964 beginnende und bis Oktober 1965 andauernde Ausbildungsjahr 1965 an die NVA ausgegeben. Erneut wurden für die Grenztruppen Anstrengungen zur Verstärkung der Grenzsicherung befohlen. Neben der weiteren Verlegung von Minen, es sollten die Minen vom Typ PMD-6 gegen haltbarere des Typs PMN ausgetauscht werden, lag das Hauptaugenmerk auf dem Ausbau infrastruktureller Maßnahmen wie dem Kolonnenweg und des Grenzmeldenetzes. Bereits bis Dezember 1963 waren im Grenzsicherungsbereich des Grenzregiments 4 allein 22 hölzerne Beobachtungstürme errichtet worden (275). Weiterhin stand unvermindert der Neubau von Unterkünften für die Grenztruppen an. Zum 1.12.1964 konnte mit der Übergabe des Kasernenneubaus in Jützenbach erneut eine Grenzkompanie (8. Grenzkompanie, II.Grenzbataillon Weißenborn-Lüderode, Grenzregiment 5) aus den beengten Verhältnissen der alten Holzbaracken (am nordöstlichen Ortseingang Jützenbachs) in eine moderne dreigeschossige Unterkunft umziehen. Auch das Jahr 1965 war für die Grenztruppen im Dokumentationsbereich durch vielfältige Baumaßnahmen und den verstärkten Ausbau der Grenzanlagen geprägt. Zahlreiche Kompanien konnten in neue Unterkünfte einziehen. Unter anderem betraf das die Grenzkompanien in Wahlhausen (Juni 1965), in Klettenberg (Juli 1965) und Ecklingerode (September 1965). Die meisten der bisher genutzten Holzbaracken wurden durch die Grenztruppe an zivile Nutzer übergeben. So wurden die Baracken der Grenzkompanie in Wahlhausen noch eine Zeit lang als Schule genutzt oder, wie im Fall der Baracke des ehemaligen Grenzpolizeikommandos in Rimbach, schon im Jahr 1965 abgerissen.1965 wurden weitere Schritte hinsichtlich der Vereinheitlichung und Durchführung in der Ausbildung der Rekruten der Grenztruppe vorgenommen. Zum Ende des dritten Quartals 1965 erfolgte, basierend auf den Befehlen 15/65 und 85/65 des StMCGT, am 30.10.1965 die Bildung des Grenzausbildungsregimentes 5 in Glöwen (für die Ausbildung der für die Grenzbrigaden 3, 5 und 7 vorgesehenen Personalergänzungen) und des Grenzausbildungsregiments 11 in Eisenach (276), für die im Süden der DDR liegenden Grenzbrigaden 9, 11 und 13. Hierzu wurde die Masse der bisherigen Ausbildungsbataillone der Grenzbrigaden aufgelöst ...

 

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... konnten die Pläne zur Grenzmarkierung vervollständigt werden. Bis in die Jahresmitte 1967 wurden in den Grenzbrigaden und Grenzregimentern Pionier- und andere Kräfte konspirativ im Setzen der Markierungen geschult und auf ihre Aufgaben vorbereitet.

 

Die Grenzregimenter hatten jeweils zum Ende eines Ausbildungsjahres zusammenfassende Meldungen und Auswertungen an die vorgesetzten Dienststellen abzuliefern. Bestandteil dieser Meldungen waren unter anderem auch die Aufklärungsergebnisse über Dienststellen des BGS und des Zollgrenzdienstes(ZGD) in ihrem Sicherungsabschnitt. Auf der Berichtskarte für das Ausbildungsjahr 1965 / 1966 angefertigt und von der vorgesetzten Dienststelle (Grenzbrigade 9, Erfurt) am 17.11.1966 bestätigt, vermerkte das Grenzregiment 5 (Nordhausen) folgende Dienststellen des ZGD (278):

 

ZKom Walkenried mit GASt Zorge-Nord, Zorge-Süd, Walkenried, Neuhof, Tettenborn, Nüxei und

Steina.

ZKom Bad Lauterberg mit GASt Osterhagen, Bartolfelde, Pölde.

ZKom Duderstadt mit GASt Rothenberger Haus, Brochthausen und Fuhrbach.

 

Die Trennungslinie der Verantwortungsbereiche des GSK Mitte und GSK Nord wurde in dem Bereich der Straße Tettenborn–Klettenberg eingezeichnet. Die eigene rechte Trennungslinie von GR-5 zu GR-20 wurde ca. 1000 m südwestlich des Jägerfleck auf Höhe der GSä 1029 und die linke Trennungslinie des GR-5 zum GR-4 am heutigen „Ost-Westlichem Tor“, ca. 1000m südwestlich Ecklingerode, angegeben. In der Auswertung mit im Jahr 2014 zugänglichen Quellen ergab sich eine frappierende Übereinstimmung der Aufklärungsergebnisse mit den damaligen tatsächlichen Gegebenheiten. Ende Mai bis Anfang Juni 1967 wurden dann, für den Westen überraschend, die ersten Grenzsteine und Grenzsäulen im Bereich zwischen Posseck (beginnend am Drei-Länder-Eck DDR-BRD-CSSR) und Mödlareuth gesetzt. Auch im Bereich des damaligen BGS Grenzschutzkommandos Nord, im Abschnitt der II. Abteilung der Grenzschutzgruppe 6 (Bodenteich) wurden Ende Mai probeweise Grenzmarkierungen vorgenommen(279). Nachdem die zu erwartenden Proteste aus der Bundesrepublik und dem westlichen Lager verhallt waren, ansonsten aber keine weiteren Auswirkungen spürbar wurden, setzte die DDR die Maßnahme der einseitigen Grenzmarkierung in der Zeit vom 1.8.-18.8.1967 in einer konzertierten Aktion ...


Abb. 63


Bau der MSP 66 am Langer Berg bei Ellrich